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Tognini, Rosalie

Weibliche Hornspielerin, Zeichnung von Vittorio Maria BigariEine der wenigen Frauen, welche solistisch auf dem Horn auftraten, war Rosalie Tognini. Ihre Lebensdaten sind vollkommen unklar, ihre Ausbildung hatte Sie anscheinend beim Pariser Hornisten Frederic Duvernoy.  Ihr Wirken ist nur durch Konzertreisen zwischen 1810 - 1813 vermerkt.

1810 wird Sie im Journal "Les tablettes de polymnie" (S.14) mit einem Konzert, welches sie in Paris gab besprochen: „Mlle Tognini s’est fait entendre sur le cor avec beaucoup de succès; elle possède sur cet instrument un talent dont beaucoup d’hommes se feraient honneur; elle a une belle qualité de son, et fait la difficulté avec netteté. Elle joue aussi bien du violon, et en l’entendant, on veut bien oublier que ces instrumens appartiennent exclusivement aux hommes, et qu’en s’en emparant, le beau sexe perd toutes ses grâces. Il est peut-être à regretter que les dames soient aussi bornées dans le choix d’un instrument, surtout quand elles veulent en tirer un parti lucratif. La harpe et le piano sont les seuls qui leur conviennent; mais il y a malheureusement un si grand nombre de pianistes de première force, qu’il faut un prodige pour se faire remarquer dans la foule.“ („Mlle. Tognini ließ sich auf dem Waldhorn mit vielem Erfolg  hören; sie besitzt auf diesem Instrument ein Talent, auf die viele Männer stolz wären; sie hat einen schönen Qualität des Tons und meistert die Schwierigkeiten mit Präzision. Sie spielt ebenso gut  die Violine; und wenn man sie hört, möchte man ganz vergessen, dass diese Instrumente ausschließlich den Männern angehören und dass das schöne Geschlecht, sollte es sich ihrer bemächtigen, all seine Grazie verliert. Es ist vielleicht zu bedauern, dass die Damen in der Wahl eines Instruments so beschränkt sind, vor allem, wenn sie daraus materiellen Gewinn ziehen wollen. Die Harfe und das Klavier sind die einzigen für sie passenden Instrumente, aber es gibt leider eine so große Zahl von Pianisten ersten Ranges, und es braucht ein Wunder um in der Menge bemerkt zu werden.“

Im Morgenblatt für gebildete Stände aus Berlin von 1811 (S.884) wird vom 3. September 1811 aus Strassburg  ein Konzert zusammen mit der Harfenistin Therese Demar (1786 - 1856) vermerkt. Diese war die Tochter des Komponisten und Musikers Johann Sebastian (Jacques Sébastien) Demar (1763-1832) , der in den 1770er Jahren nach Frankreich ausgewandert waren. Nach kurzem Aufenthalt in Paris zog die Familie 1789 nach Orléans. Hier nahm Johann Sebastian Demar  als Musiklehrer und Initiator der „Société des concerts par abonnement“ eine wichtige Rolle im musikalischen Leben der Stadt ein.

Rosalie Tognini spielte neben dem Waldhorn noch die Violine und man erfährt, das die Reise bis Petersburg gehen sollte.

Im Dezember 1811 konzertierte man in Weimar, wie das Journal des Luxus und der Mode berichtete:

Am 30.12.1811 konzertiert man in Leipzig:

30.12.1811    Concert von Dem. Theresia Demar und Dem. Tognini , Virtuosin der Kapelle des Fürsten Kurakin, Kaiserl. Russ. Botschafter in Paris, im Rannstädtischen Theater

  • Waldhornkonzert von Duvernoy, geblasen von Dem. Tognini
  • Symphonie concertante für Harfe und Waldhorn (wahrscheinlich von Demar)
  • Die AMZ berichtet von diesem Konzert im Januar 1812

Das Morgenblatt für gebildete Stände aus Berlin berichtet auf S.236 vom Februar 1812 vom Auftritt in Berlin

Von diesem Konzert findet sich auch eine Konzertanzeige in der Berlinerischen Zeitung vom Montag, den 10. Februar 1812:

Das Programm sollte sich in allen Konzerten wenig ändern, gespielt wurde von Frau Tognini ein Konzert für Horn von Duvernoy und seine Symphonie concertant für Horn und Harfe. Wie ungewöhnlich eine Frau als Hornsolistin war, berichtet das Journal des Luxus und der Mode 1812:

Auch die AMZ berichtete von diesen Konzerten im Februar 1812 in Berlin:

Im Oktober 1812 berichtet die Allgemeine musikalische Zeitung von Konzerten in Breslau:


Im April 1813 geben beide Künstlerinnen in Wien Konzerte, darüber berichtet die Wiener allgemeine musikalische Zeitung:

In diesem Bericht wird zum einzigen Mal erwähnt, das Rosalie Tognini eine Schülerin von Duvernoy gewesen sein sollte. Die AMZ berichtet ebenfalls 1813 von diesen Konzerten, ist aber von der Leistung von Frau Tognini wenig überzeugt:

1814 berichtet die AMZ letztmalig von einem Konzert von Rosalie Tognini (diesmal anscheinend ohne Terese Demar) vom 16. November 1813 in Mailand.

Dies war die letzte Erwähnung, danach verliert sich die Spur. Jedoch ganz vergessen scheint diese Künstlerin nicht gewesen zu sein. 1869 erwähnt Eduard Hanslick in seiner Geschichte des Concertwesens von Wien diese Musikerin noch einmal: