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Wineberger, Paul - Wallersteiner Hofkapelle

II.

Winebergers Aufnahme in die Wallersteiner Hofkapelle erfolgte just zu dem Zeitpunkt, als Fürst Kraft Ernst nach mehrjähriger Abstinenz sich wieder intensiv seiner Hofmusik zuwandte und die verwaisten Pulte neu besetzen ließ, nachdem die Kapelle nach dem Tod seiner jungen Gemahlin Marie Therese von Thurn und Taxis (1757-1776) geraume Zeit suspendiert war 35. Die Kapelle hatte schon kurz nach Kraft Ernsts Regierungsantritt im Jahr 1773 aufgrund der Qualität ihres Musizierens von sich reden gemacht und gehörte insbesondere während der 1780er und 1790er Jahre zu den führenden Orchestern in Süd- deutschland. Wineberger trat als zweiter Cellist in die Kapelle ein. Sein Kollege am ersten Pult war Josef Reicha 36, der das Orchester damals auch leitete. Die ersten Kompositionen, ein Konzert für zwei Hörner, vollendet im Januar 1782, und eine zwölfsätzige Harmoniemusik für zwei Klarinetten, zwei Hörner und Fagott, aus dem gleichen Jahr, ließen nicht lange auf sich warten 37.

Ende 1783 erreichten ihn folgende Zeilen des befreundeten Franz Anton Pfeiffer 38 (1752-1787), der im gleichen Jahr als erster Fagottist in die Ludwigsluster Hofmusik des Herzogs von Mecklenburg-Schwerin aufgenommen worden war 39: „Hier sucht man einen guten Violoncellisten, könnten Sie sich Urlaub erbitten, und die Reiß hieher machen, so glaub ich, daß Sie, wenn Sie gefallen, gewis engageme[n]t bekom[m]en, sie wollen einen haben, der gut accompagnirt, und zugleich Solo spiehlt; […] Es sind zwar schon 2 Viol.[oncellisten] hier, daugen aber nichts.“ Pfeiffer, der aus einem kleinen Dorf nahe Mergentheim stammte, wie Wineberger die Mergentheimer Lateinschule besucht und dort seinen musikalischen Erstunterricht ebenfalls bei Magister Heilig erhalten hatte, schildert den Mecklenburger Hof als ein veritables Musiker-Paradies. Obwohl er erst seit einem halben Jahr dort in Diensten stand, erhielt er bereits das stattliche Jahresgehalt von 800 Rheinischen Gulden. „Meine Herrschaft“, schwärmte er dem Freund gegenüber, „ist so gnädig, die man sich nicht beßer wünschen kann, habe zum present 16 L[o]u[is] d’ors bekommen.“ 40  Wie Wineberger auf Pfeiffers Vorschlag reagierte, wissen wir nicht. Fest steht, dass er in Wallerstein blieb, wo er anfangs mit einem Hungerlohn von gerade einmal 144 Gulden im Jahr abgespeist wurde.

Antonio Rosetti, dem der Fürst nach Reichas Weggang als Musikdirektor der Bonner Hofkapelle des Erzbischofs von Köln im April 1785 die musikalische Leitung des Wallersteiner Orchesters übertrug, war sich dessen bewusst, dass Wineberger, der von Reicha den Posten des ersten Cellisten übernahm, viel zu schlecht bezahlt war und forderte eine Anhebung auf wenigstens 300 Gulden 41. Auch Wineberger selbst wandte sich mehrfach an den Fürsten: „Schon lange bin ich arm, und noch ärmer wäre ich geweßen, wenn mich nicht gute Freunde 42 unterstützet und das von Euer Durchl. mir gethane Versprechen einigermaßen genähret hätten, nun vernahm ich, daß die allerhöchste Willensmeinung seye, das mir gnädigst zugedachte Gehalt quartaliter abfolgen zu lassen, für wahr eine große Gnade, ist es aber wohl möglig noch vier Monathe hindurch mit neun Gulden leben zu können, meine Kleider und Wasch seyn in äußersten Abgang gekommen, die schon verflossene Monaths Kost kann ich nicht mehr zahlen, zuzusezen habe ich nichts mehr, wo werde ich Nahrung, wo Kleider hernehmen? Um neuen Credit kann ich schon gar nicht ansuchen, da von meinen älteren Schulden noch nichts bezahlet ist, und deswegen ich die Nachtruhe nicht habe.“ 43

Am 10. November 1786 wurde der von Rosetti geforderten Anhebung auf 300 Gulden endlich entsprochen 44. Wineberger dankte dem Fürsten und stellte ihm seine privaten Pläne vor 45: „Durch die mir gnädigst gegebene Zulage sezten Euer Hochf. Durchlaucht mich instand, meine Schulden nach und nach tilgen und etwas gemächlicher leben zu können. Dieses nun desto ehender zu erreichen, und allen ferner folgenden Uebeln auszuweichen entschloss ich mich die Josepha Böhnlin /: welche auch in Höchsten Diensten zu seyn die Gnade hat :/ zu heurathen, dieses aber unternehmen zu dürfen ist mein unterthänigstes Bitten.“ Die Trauung mit der etwa 18 Jahre älteren Korbmachers- tochter Josepha Böhnle (* 1740, † 1. Januar 1790 in Wallerstein 46) fand am 9. Januar 1787 in der Wallersteiner Pfarrkirche St. Alban statt 47. Am 4. Januar hatte der Bräutigam Fürst Kraft Ernst über die geplante Hochzeitsfeier unterrichtet 48: „Nachdeme nächstkünftigen Diens- tag als den 9. dieß, das zwischen mir und der Josepha Böhnlin vorgegangene Ehe- versprechen durch priesterliche Einsegnung bestätiget und darauf das Hochzeitsmahl in dem hiesigen Gasthause zum schwarzen Adler eingenommen wird; als nehme ich die Freiheyt, Eure Hochfürstl. Durchlaucht auf solchenen Ehrentag mit der unterthänigsten Bitte einzuladen, daß Höchstdieselben zu Verherrlichung meiner Hochzeit-Feyer einen Gast in Höchstdero Namen abzuordnen gnädigst geruhen wollen.“

In der zweiten Hälfte der 1780er Jahre übernahm Wineberger zusätzliche Aufgaben in der Hofmusik. 1788 firmiert er in der „Musikalischen Real-Zeitung“ nicht nur als „Erster Konzertmeister“, sondern auch als „Direktor und Kompositeur der Fürstl. Jagd und Tafelmusik“ 49. Letztere Position schlug sich in seinem Schaffen in einer erklecklichen Anzahl von Bläserpartiten nieder: Aus dem Zeitraum zwischen 1782 und 1794 haben sich in der ehemaligen Hofbibliothek nicht weniger als 22 datierte oder datierbare Harmoniemusiken erhalten 50. Dieses Musikgenre lag Fürst Kraft Ernst bekanntermaßen besonders am Herzen, und so zählte der Wallersteiner Hof in den letzten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts zu den wichtigsten Pflegestätten der Harmoniemusik in Süddeutschland.

Neben seinem Dienst in der Hofkapelle widmete sich Wineberger auch gerne der Kammermusik. Aufgrund der Tatsache, dass er mindestens drei Instrumente – Violine, Violoncello und Klavier – beherrschte, dürfte er ein begehrter Partner gewesen sein. Zu dem Kammermusikkreis um den ebenfalls Cello spielenden jüngeren Bruder des Fürsten, Graf Franz Ludwig (* 1749), gehörte neben Wineberger auch der Geiger Georg Feldmayr 51 (1756-1834), der im gleichen Jahr wie Wineberger an den Wallersteiner Hof gekommen war 52. Graf Franz Ludwig hatte ursprünglich die Militärlaufbahn eingeschlagen, musste aber bereits 1775 aufgrund der Folgen einer Pockeninfektion, die er sich in der Slowakei zugezogen hatte und an der er beinahe gestorben wäre, als Rittmeister den Dienst quittieren. Die ihm verbleibenden anderthalb Jahrzehnte seines kurzen Lebens verbrachte er in Wallerstein, wo er am 7. September 1791 starb 53.

Mitte Dezember 1790 kam Joseph Haydn auf seiner ersten London-Reise zusammen mit dem Impresario Johann Peter Salomon 54 (1745-1815) für einige Tage nach Wallerstein 55. Fürst Kraft Ernst, der Haydns Musik zutiefst bewunderte und seit 1781 mit ihm auch in Briefkontakt stand, hatte den verehrten Meister zu diesem Besuch eingeladen. In einem zu Ehren des berühmten Gastes gegebenen Hofkonzert scheint zumindest eine der drei Sinfonien auf dem Programm gestanden zu haben, die dieser im Jahr zuvor im Auftrag des Fürsten komponiert hatte 56. Wineberger zufolge, der als Konzertmeister der Kapelle Haydn damals aus nächster Nähe erleben konnte, soll der berühmte Gast dem Wallersteiner Orchester attestiert haben, es „spiele prima vista seine Symphonien fester und präciser, als seine eigene Kapelle nach mehrfachen Proben.“57

Seit seiner Jugend litt Wineberger an einer Behinderung – Trummer spricht von einem „Beinschaden, den er […] durch einen unglücklichen Fall und nöthiggewordene Operation sich zugezogen hatte“ 58. Da die Beschwerden sich stetig verschlimmerten, wurde es schließlich unumgänglich, das betreffende Bein zu amputieren. Anfang 1791 fuhr Wineberger nach Würzburg, um sich dort einer Operation zu unterziehen, die offenbar von Graf Franz Ludwig und dem fürstlichen Haus finanziert wurde. Gepflegt wurde er im Haus des ersten Klarinettisten der Würzburger Hofkapelle Philipp Meißner 59 (1748-1816), zu dem der Wallersteiner Hof gute Beziehungen unterhielt 60. Am 6. März schrieb Meißner an Graf Franz Ludwig in Wallerstein 61: [...] ich sowohl als mein Schwester und Schwager gehen ihm nicht von der Seiten, wir behandlen ihm die Brüche und Siebold 62 wie ein Vatter, ein Lamm, wo zu der Schlachtbank geführt wird, ist zwar gedultig, aber unser Freund nach allen ausgestandenen großen Schmerzen noch gedultiger, er lässt sich Eüer Excellenz ganz unterthänigst empfehlen, schickt den wärmsten Dank für alle hohe Gnade entgegen, und seinen großmüthigsten gnädigsten Fürsten, der als vatter für seine untergebene sorgt, legt er sich höchst zu dero Füßen, und jener weld berühmte gnädigste Fürstin 63, die als eine sorgfältige Mutter vom ganzen Land angebettet wird, küsst er den rock und seinem gnädig. großmüthigen Gutthäter die Hand für alle hohe Gnaden, die Hoch derselbe ihm angedeyen lassen [...] Gnädigster Herr Graf, wir lassen ihm nichts fehlen, und Siebold kombt täglig 4 mahl, und ist bey alle Verbänd, damit nur alles rüchtig besorgt wird, und kein Fehler vorgehen kann, er ist aber auch recht wohl mit ihm zu frieden weilen er alles befolgt, was Siebolten ordinirt. [...] Das bein von sein Fuß ware so angefressen, das man es mit dem Finger hat zerreiben können und ist wie Staub worden. Es geht alle dag besser mit ihm, freylig hat er noch etwas Wund fieber nicht aber so starck mehr, und seine Krämpf sind alle weg, sein Stumben aütert recht, wie es Siebold verlangt, er hat aber sein Schlaf schon ordentlich, bekombt sein gärsten Schleim schon, auch einen gedämpften Apfel zu essen, in übrigen wird Gott weiter sorgen und unsere Sorgfalt soll niemals fehlen. […].

Und am 18. März sandte Meißner an den Wallersteiner Hofmusikintendanten Ignaz von Beecke (1733-1803) folgende Zeilen 64: „Er befindet sich alle Tag tapfer nebst seiner strengen Diät, die er befolgen muss […] sein großer Schmerz ist dermahlen das Liegen, weilen er immer auf dem Rücken liegen muß. Er empfiehlt sich seinem gnädigsten Fürsten und gnädigster Fürstin, wie auch seinem gnäd. Wohltätigsten H: Grafen Franz Louj, wenn er manig mahl so liegt, fängt der öfters zu weinen an, wenn ich ihn frag, warum weinst du Bruder, ach! ruft er aus, über die Höchste Gnad meines großmüthigen gnädigsten Fürsten, die Höchstderselbe mir willfahren lässt – Er redet immer mit mir von Wallerstein, was wird jetzt H: Graf Franz Loÿ machen, was wird H: Hauptmann v. Beekè mein sorgfältigster Freund machen, jezt werden sie heut quartetten machen, jetzt heut ist prob, jezt mögte ich doch droben seyn und so immer.“

Winebergers Genesung scheint rasch gute Fortschritte gemacht zu haben, denn schon im Oktober 1791 finden wir ihn im heimatlichen Mergentheim, wo zur gleichen Zeit der Kölner Erzbischof Maximilian Franz von Österreich (1756-1801), seit 1780 in Personalunion Hoch- und Deutschmeister, Hof hielt. Seine Bonner Hofkapelle hatte er mit in die Deutschordens-Residenz gebracht. Womöglich hatte Wineberger gehofft, dort den ehemaligen Kollegen und Freund Josef Reicha zu treffen; der aber litt zu der Zeit bereits so stark an Gicht, dass er seinen Pflichten als Musikdirektor nicht mehr nachkommen konnte 65 und in dieser Funktion durch den ersten Geiger Franz Ries 66 (1755-1846) ersetzt worden war. Der Musikschriftsteller Carl Ludwig Junker 67 (1748-1797) war ebenfalls zugegen und schrieb über die Auftritte der Bonner Kapelle am 11. und 12. Oktober einen Bericht für die „Musikalische Korrespondenz“ 68: „Den anderen Morgen [12. Oktober] war um 10 Uhr Probe auf das feierliche Hofkonzert, das gegen 6 Uhr Abends seinen Anfang nahm [...] Hr. Winneberger von Wallerstein legte in dieser Probe eine von ihm gesezte Sinfonie auf, die gewiß nicht leicht war, weil besonders die Blasinstrumente einige konzertirende Solos hatten. Aber sie gieng gleich das erstemal vortreflich, zur Verwunderung des Komponisten. Eine Stunde nach der Tafelmusik gieng das Hofkonzert an. Die Eröffnung geschah durch eine Sinfonie von Mozart, hierauf kam eine Arie mit einem Rezitativ, die Simonetti 69 sang; denn ein Violonzellkonzert, gespielt von Hrn. Romberger 70. Nun folgte eine Sinfonie vom Pleyel 71, Aria von Simonetti gesungen, von Reghini 72 gesezt. Ein Doppelkonzert für eine Violin und ein Violonzell, von den beiden Hrn. Romberger 73  rgetragen. Den Beschluß machte die Sinfonie von Hr. Winneberger, die sehr viel brilliante Stellen hatte. [...] die Aufführung konnte durchaus nicht pünktlicher seyn, als sie war. Eine solch genaue Beobachtung des Piano, des Forte, des Rinforzando, eine solche Schwellung, und allmählige Anwachsung des Tons, und dann wieder ein Sinkenlassen desselben, von der höchsten Stärke bis zum leisesten Laut, - - dies hörte man ehemals nur in Mann- heim. [...] Selbst Hr. Winneberger war vollkommen dieser Meinung, wenn er diese Musik mit der gleichfalls sehr guten Musik in Wallerstein verglich.“

35 Vgl. hierzu detaillierter Günther Grünsteudel: Die Hornisten der Wallersteiner Hofkapelle (ca. 1745 - 1825), in: Zeitschrift des Historischen Vereins für Schwaben 97 (2004), S. 238 f., 240 f.

36 Vgl. Claus Reinländer: Art. „Reicha, Josef“, in: 2MGG, Personenteil, Bd. 13. Kassel 2005, Sp. 1452 f.; Günther Grünsteudel: Die Mitglieder der Wallersteiner Hofkapelle in Kurzporträts: 3. Josef Reicha, in: Rosetti-Forum 3 (2002), S. 73-76.

37 Es sind die frühesten erhaltenen Werke Winebergers überhaupt. Universitätsbibliothek Augsburg, 02/III 4 ½ 4° 91 und 02/III 4 ½ 4° 280. Die ehemalige fürstliche Hofbibliothek ist heute Bestandteil der Universitätsbibliothek Augsburg.

38 Vgl. David J. Rhodes: Art. „Pfeiffer, Franz Anton“, in: 2MGG, Personenteil, Bd. 13. Kassel 2005, Sp. 461 f.

39  Franz Anton Pfeiffer an Wineberger, Ludwigslust, 15.12.1783. Fürstlich Oettingen- Wallersteinsches Archiv Schloss Harburg (FÖWAH), Dienerakten Wineberger, III.7.10c-1.

40 Wie Anm. 39.

41  Antonio Rosetti: „Bemerkung zu Errichtung einer Circhen Musik mit Zuziehung des Hof-Orchestre“. FÖWAH, Kultussachen Wallerstein, Chorregentenstelle, Pfarrkirchenmusik, VI.42.13-2.

42 In einem weiteren Bittgesuch nennt er in dem Zusammenhang ausdrücklich Rosetti und betont, dass er „etliche Täge nichts zu essen gehabt, und es bis hieher noch fortdauren würde, wenn nicht H: Rosetti für mich Bürge zu stehen die Güte gehabt hätte […]“; Wineberger an Fürst Kraft Ernst, [Wallerstein, ohne Datum]; FÖWAH, Dienerakten Wine- berger, III.7.10c-1.

43  Wineberger an Fürst Kraft Ernst, [Wallerstein, ohne Datum]; FÖWAH, Dienerakten Wineberger, III.7.10c-1.

44 FÖWAH, Dienerakten Wineberger, III.7.10c-1.

45  Wineberger an Fürst Kraft Ernst, [Wallerstein, ohne Datum]. FÖWAH, Dienerakten Wineberger, III.7.10c-1.

46 Archiv des Bistums Augsburg, Matrikelverfilmung Pfarrei Wallerstein (ArchBA, MV Wall.), Sterbefälle 1750-1805, 1.1.1790 (Original-Matrikel im Pfarramt Wallerstein): „49. Jahre alt“.

47 ArchBA, MV Wall., Hochzeiten 1750-1816, 9.1.1787.

48 Wineberger an Fürst Kraft Ernst, Wallerstein, 4.1.1787. FÖWAH, Dienerakten Wineberger, III.7.10c-1.

49 Nachricht von der Fürstl. Wallersteinischen Hofkapelle, in: Musikalische Real-Zeitung 1 (1788), Heft 7 (13. August 1788), S. 53.

50   Gertraut Haberkamp: Thematischer Katalog der Musikhandschriften der Fürstlich Oettingen-Wallerstein‘schen Bibliothek Schloß Harburg. München 1976, S. 206-210 (Kata- loge bayerischer Musiksammlungen, Bd. 3).

51 Vgl. Günther Grünsteudel: „Der seelige Capell Meister Rosetti war mein Schwager“: Georg Feldmayr – neue Beiträge zur Biographie, in: Rosetti-Forum 5 (2004), S. 37-53.

52 Dass Wineberger und Feldmayr mit dem Grafen Franz Ludwig Kammermusik machten, belegt ein Brief seines jüngsten Bruders, des Grafen Philipp Karl (1759-1826), der nach dem Tod Franz Ludwigs einiges aus dessen Nachlass als sein Eigentum reklamierte: „Entre le Musiques du pauvre Défunt, il y a plusieurs Quartetti qui m’appartiennent, entre autres les nouveaux Quartetti de Kozeluch et plusieurs autres, que Vineberger, et Feld- mayer qui ont fait Musique avec, savent […]“; Graf Philipp Karl an den Bruder, Graf Friedrich Karl Alexander, Wetzlar, 19.11.1791. FÖWAH, Personalakt Friedrich Karl Alexander Nr. 22, VIII.13.9a-1; zit. nach Volker von Volckamer: Geschichte des Musikalienbestandes, in: Haberkamp (wie Anm. 50), S. XV (Anm. 34).

53  Vgl. Volker von Volckamer: „Als hohen Gönner und Kenner der Ton Kunst ...“. Fürst Kraft Ernst zu Oettingen-Wallerstein zum 200. Todestag, in: Rosetti-Forum 4 (2003), S. 34; Detlev Schwennicke: Europäische Stammtafeln. Neue Folge, Bd. 16. Berlin 1995, Tafel 106.

54 Hans-Günter Otterberg / Ingolf Sellack: Art. „Salomon, Johann Peter“, in: 2MGG, Perso- nenteil, Bd. 14. Kassel 2005, Sp. 871-875.

55  Zu Haydns Wallerstein-Aufenthalt vgl. insbesondere Anton Diemand: Josef Haydn und der Wallersteiner Hof, in: Zeitschrift des Historischen Vereins für Schwaben und Neuburg 45 (1920/22), S. 1-40; Howard Chandler Robbins Landon: Haydn – Chronicle and Works, Bd. 2. Haydn at Eszterháza 1766-1790. London 1978, S. 754 f.

56 Die Sinfonien Hob. I:90-I:92 befinden sich als Stimmenabschriften mit handschriftlichen Einzeichnungen des Komponisten noch heute in der ehemaligen Hofbibliothek; Haberkamp (wie Anm. 50), S. 100.

57 Trummer (wie Anm. 2), S. 267. Dominicus Mettenleiter (1822-1868), der seine Jugendjahre bei seinem Onkel, dem Wallersteiner Chorregenten Johann Michael Mettenleiter (1791-1859), verbrachte, kolportiert eine inhaltlich fast gleichlautende Bemerkung Haydns über die Wallersteiner Kapelle; vgl. ders.: Die fürstlich Oettingen Wallerstein’sche Hofkapelle, in: Orlando di Lasso. Registratur für die Geschichte der Musik in Bayern, Heft 1. Brixen 1868, S. 33.

58 Trummer (wie Anm. 2), S. 370.

59 Vgl. Dieter Kirsch: Art. „Meißner, Philipp“, in: 2MGG, Personenteil, Bd. 11. Kassel 2004, Sp. 1468 f.

60  In den späten 1780er Jahren hatte Meißner auf Wunsch des Fürsten Kraft Ernst die Ausbildung des später in Wien erfolgreichen Wallersteiner Klarinettisten Franz Joseph Beer (1770-1819) übernommen. Eine ausführliche Arbeit des Verfassers über den Wallerstei- ner Beer, der bisher zumeist mit seinem berühmteren Namensvetter Johann Joseph Beer (1744-1812) verwechselt wurde, erscheint in Rohrblatt 22 (2007), Heft 3.

61 Meißner an Graf Franz Ludwig, Würzburg, 6.3.1791. FÖWAH, Dienerakten Wineberger, III.7.10c-1.

62  Gemeint ist der fürstbischöfliche Leibarzt Karl Kaspar von Siebold (1736-1807); vgl. ADB 34 (1892), S. 186.

63 Fürstin Wilhelmine Friederike (1764-1817), mit der Fürst Kraft Ernst seit 1789 in zweiter Ehe verheiratet war; vgl. Schwennicke (wie Anm. 53).

64 Meißner an Ignaz von Beecke, Würzburg, 18.3.1791. FÖWAH, Dienerakten Wineberger, III.7.10c-1; zu Beecke vgl. Petra Ludwig / Ernst Fritz Schmid: Art. „Beecke, Ignaz von“, in: 2MGG, Personenteil, Bd. 2. Kassel 1999, Sp. 654-659.

65  Musikalische Monathsschrift 1792, 2. Stück (August), S. 56: „Joseph Reicha […] ist nun schon über ein Jahr für die Kunst fast ganz unbrauchbar. Nur mit Hülfe der Krücken kann er in seinem Zimmer mühsam auf- und abgehen.“

66 Vgl. Christoph Hust: Art. „Ries, Franz“, in: 2MGG, Personenteil, Bd. 14. Kassel 2005, Sp. 84 f.

67 Vgl. Ingeborg Wesser / Ulrich Siegele: Art. „Junker, Carl Ludwig“, in: 2MGG, Personenteil, Bd. 9. Kassel 2003, Sp. 1310 f.

68 Carl Ludwig Junker: Noch etwas vom Kurköllnischen Orchester, in: Musikalische Korrespondenz der Teutschen Filharmonischen Gesellschaft 1791, S. 375 f. Zu den näheren Umständen des Mergentheim-Aufenthalts von Maximilian Franz und seiner Kapelle, der damals auch Beethoven angehörte, vgl. Alexander Wheelock Thayer: Ludwig van Beethovens Leben. 3. Aufl., Bd. 1. Leipzig 1917, S. 262-274.

69 Der Tenor Lodovico Simonetti (1753 - nach 1830) war ab 1791 bis zu deren Auflösung im Jahr 1794 Mitglied der Bonner Hofmusik; zu seiner Biographie vgl. Schilling (wie Anm.3), Bd. 6, S. 379, und Eigel Kruttge: Geschichte der Burgsteinfurter Hofkapelle 1750-1817. Köln 1973, S. 102-105 (Beiträge zur rheinischen Musikgeschichte, Bd. 101).

70 Bernhard Romberg (1767-1841) war 1790-1793 Cellist im Bonner Orchester; vgl. Rebekka Sandmeier:Art. „Romberg, Bernhard“, in: 2MGG, Personenteil, Bd. 14. Kassel 2005, Sp. 335-338.

71 Vgl. Christoph Kammertöns: Art. „Pleyel, Ignaz Josef“, in: 2MGG, Personenteil, Bd. 13. Kassel 2005, Sp. 689-692.

72 Vgl. Christoph Henzel: Art. „Righini, Vincenzo“, in: 2MGG, Personenteil, Bd. 14. Kassel 2005, Sp. 108-111.

73 Der Vetter von Bernhard Romberg, Andreas Romberg (1767-1821), war 1790-1793 Geiger im Bonner Orchester; vgl. Klaus G. Werner: Art. „Romberg, Andreas“, in: 2MGG, Personenteil, Bd. 14. Kassel 2005, Sp. 332-335, 337 f.